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Dividenden-ETF: Wie sinnvoll ist er? Schnickschnack oder Rendite-Boost?

Dividenden-ETF: Wie sinnvoll ist er? Schnickschnack oder Rendite-Boost?

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Dividenden ETF sinnvoll

Die Deutschen mögen keine Aktien! Das zeigen Umfragen immer wieder. Das sieht bei ETFs zum Glück ganz anders aus. Indexfonds werden bei Privatanlegern immer beliebter. Ganz vorne mit dabei – der Dividenden-ETF. Besonders beliebt sind ETFs die ihre Dividende regelmäßig ausschütten.

Die Dividenden-ETFs mit dem größten Fondsvolumen sind:

  1. Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (ISIN IE00B8GKDB10, WKN A1T8FV)
  2. iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (ISIN DE000A0F5UH1, WKN A0F5UH)
  3. SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF (ISIN IE00B9CQXS71, WKN A1T8GD)
  4. Xtrackers STOXX Global Select Dividend 100 Swap UCITS ETF (ISIN LU0292096186, WKN DBX1DG)

Ich selbst bin großer Fan von ETFs und setze für meine Altersvorsorge hauptsächlich darauf. Gerade hier habe ich die Möglichkeit mit einem einzigen Investment von weltweiten Dividendenzahlungen zu profitieren. Mein Erfahrungsbericht über den leichten Aufbau eines Dividendendepots erfreut sich konstant großer Beliebtheit.

Sich ein Dividenden-ETF Portfolio aufzubauen ist ein leichtes und wird von mir und von vielen anderen Investoren genutzt. Das Angebot wird immer größter und vielfältiger. Vom MSCI World über den DAX, den STOXX EUROPE 600 oder den S&P500 gibt es für jeden Index den passenden Dividenden-ETF.

Daher schauen wir uns in diesem Artikel folgende Themen an

  • Das Angebot an ETFs
  • Vorstellung beliebter Dividenden-Indizes
  • Wie sinnvoll ist das Investment?
  • Wer ist die ideale Zielgruppe?

Für die Untersuchung habe ich mir die Hilfe von Dr. Jürgen Nawatzki geholt. Jürgen wird den Dividenden-ETF für uns genauer analysieren und die einzelnen ETFs für uns bewerten. Auf ETF-Blog.com bloggt Jürgen seit 4 Jahren über börsengehandelte Indexfonds und kennt sich damit bestens aus.

Wie sinnvoll ist ein Dividenden-ETF?

Obwohl die Deutschen Aktien nicht mögen – da kann der Zinssatz auf dem Sparkonto noch so niedrig sein – bleiben wir ein Volk von Aktienmuffeln.

Doch zum Glück gibt es Hoffnung. Für ein spezielles Aktien-Investment können wir uns doch ein wenig erwärmen: Für Aktien, die den Anlegern eine hohe jährliche Ausschüttung (Dividende genannt) bieten.

Die Dividende als Zinsersatz!

Dabei gilt ein Investment in dividendenstarke Aktien als solide. Denn die Dividenden werden von Unternehmen gezahlt, die als profitabel und wirtschaftlich erfolgreich gelten.

Das große Angebot an Dividenden-ETFs

Die Finanzbranche hat dieses Interesse gerne aufgegriffen und mit einem anderen Trend kombiniert: Dem Trend zu populären börsengehandelten Indexfonds (ETFs).

Dem Anlagetrend unserer Zeit.

ETF bilden die Wertentwicklung eines Börsenindex jeweils eins zu eins nach.

In den Marketingabteilungen der Fondsgesellschaften hat man dann wohl so kalkuliert: Wenn ETFs und Dividende schon für sich genommen die Anleger motivieren, wie gut fürs Geschäft wären dann wohl erst Dividenden-ETFs?

Dividenden ETFs sind beliebt wegen der planbaren Auszahlungen
Lohnen sich Dividenden ETFs als Zinsersatz?

Globale Dividend ETF

Um nun mit einem ETF in globale Dividendentitel zu investieren, stehen Anlegern im Wesentlichen vier verschiedene Indizes zur Verfügung:

Dabei handelt es sich im Einzelnen um den

  • Dow Jones Global Select Dividend Index,
  • den S&P Global Dividend Aristocrats Index,
  • den SG Global Quality Income Index und
  • den STOXX Global Select Dividend 100 Index.

Doch welcher Index macht nun den besten Dividenden-ETF?

Dow Jones Global Select Dividend Index

Der Dow Jones Global Select Dividend Index setzt auf Unternehmen, die gewissen Ansprüchen an Dividendenqualität und Liquidität genügen. Wie der Name schon verrät, geht es hier um Aktien aus dem Dow Jones.

Hierbei steht das letzte Jahr im Verhältnis zu den letzten fünf Jahren im Vordergrund.

Entscheidendes Auswahlkriterium für die Titelselektion ist die erwartete Dividendenrendite.

Nach dieser werden die Titel im Index gewichtet, wobei nur Titel aus Industrieländern im Index enthalten sind.

Der Dow Jones Global Select Dividend auf den Punkt

  • 100 Dividendentitel aus Industrieländern weltweit.
  • Die Titelauswahl basiert auf Dividendenqualität und Handelsliquidität.
  • Auswahlkritierien: Dividende pro Aktie des Vorjahres > Durchschnitt der letzten 5 Jahre und ein Dividendendeckungsverhältnis von 167% oder größer (USA und EU) bzw. 125% für andere Länder.
  • Die Indexanpassung findet jährlich im Dezember statt.
  • Indexgewichtung nach Dividendenrendite.
  • Gewicht pro Einzeltitel max. 10%.

Eine ETF Empfehlung

Der passende ETF hierzu ist der UBS ETF (IE) DJ Global Select Dividend UCITS ETF (ISIN IE00BMP3HG27, WKN A11471). Der DJ Global Select schüttet halbjährlich im Januar und im Juli aus. Die ETF Dividendenrendite lag im Jahr 2019 bei 6,66 %. Was für einen Dividenden-ETF schon sehr ordentlich ist.

FTSE All-World High Dividend Yield Index

Der FTSE All-World High Dividend Yield Index beinhaltet sowohl die dividendenstärksten Titel der Industrie- als auch der Schwellenländer weltweit.

Der Index hat das Ziel, die 50 Prozent des Aktienuniversums mit der höchsten Dividendenrendite abzubilden.

Mit immerhin 1.277 Unternehmen ist dies der weltweit größte Dividendenindex.

Dabei basiert die Titelauswahl auf der erwarteten Dividendenrendite der nächsten zwölf Monate.

Die Indexgewichtung erfolgt nach der Marktkapitalisierung der ausgewählten Unternehmen.

Der FTSE All-World High Dividend Yield auf den Punkt

  • 1.277 Dividendentitel aus Industrie- und Schwellenländern weltweit (ausgenommen REITs) (Stand: 30.03.18).
  • Die Titelauswahl basiert auf der erwarteten Dividendenrendite der nächsten 12 Monate.
  • Die Indexanpassung findet halbjährlich im März und September statt.
  • Die Indexgewichtung erfolgt nach der Marktkapitalisierung/Freefloat.

Eine ETF Empfehlung

Vanguard liefert hierzu den passenden ETF. Den Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (ISIN IE00B8GKDB10, WKN A1T8FV). Die Ausschüttungsrendite lag in 2019 bei 3,85 %. Eine große Stärke des Vanguard FTSE All-World ist die quartalsweise Ausschüttung. Vanguard schüttet die Dividende im März, Juni, September und Dezember aus.

S&P Global Dividend Aristocrats Index

Der S&P Global Dividend Aristocrats Index stellt auf ein langfristiges und stabiles Dividendenwachstum ab.

In diesen Index wird ein Unternehmen nur dann aufgenommen, wenn es für mindestens zehn aufeinander folgende Jahre eine kontrollierte Dividendenpolitik mit steigenden oder beständigen Dividenden bewiesen hat.

Zusätzlich sind fest definierte Substanz- und Ertragskriterien zu erfüllen.

Eine weitere Besonderheit dieses Index ist, dass in ihm nicht nur Aktien aus Industrieländern weltweit, sondern auch aus Schwellenländern enthalten sein können.

Der S&P Global Dividend Aristocrats auf den Punkt

  • ca. 100 Dividendentitel aus dem S&P Global Broad Market Index (BMI).
  • Die Indexanpassung findet jährlich im Januar statt.
  • Die Titelauswahl basiert auf der historischen Dividendenrendite.
  • Auswahlkriterien: Kontrollierte Dividendenpolitik mit steigenden oder beständigen Dividenden für mind. zehn aufeinander folgende Jahre.
  • Die Indexgewichtung erfolgt nach der Dividendenrendite.
  • Gewicht pro Einzeltitel max. 3%, pro Sektor/Land max. 25%, pro Land max. 20 Titel.

Eine ETF Empfehlung:

Der passende ETF zu diesem Index ist der SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF (ISIN IE00B9CQXS71, WKN A1T8GD). Auch dieser Dividenden-ETF zahlt quartalsweise aus. Immer im Februar, Mai, August und November. 2019 betrug die Dividendenrendite 4,07 %.

SG Global Quality Income Index

Der SG Global Quality Income Index setzt auf umfassende Qualitätskriterien bei der Titelauswahl.

Unter den untersuchten globalen Dividendenindizes ist dies der einzige Index, der die erwartete Dividendenrendite basierend auf einem Analystenkonsens berücksichtigt. Diese muss mindesrens 4 Prozent oder mehr betragen.

Eine weitere Besonderheit ist die Gleichgewichtung aller ausgewählten Dividendentitel im Index.

Finanzwerte sind von diesem Index ausgeschlossen.

Der SG Global Quality Income auf den Punkt

  • 25 bis 75 Dividendentitel aus einem Universum von 26 Industrieländern weltweit (ausgenommen Finanzwerte).
  • Die Titelauswahl basiert auf der erwarteten Dividendenrendite.
  • Auswahlkritierien: 9 Qualitätsfaktoren (Profitabilität, Bonität und betriebliche Leistungsfähigkeit), positive Bilanz-Risikobewertung, erwartete Dividendenrendite (mind. 4% oder 125% des Indexuniversums).
  • Besonderheit: Gleichgewichtung aller Titel im Index.
  • Die Indexanpassung erfolgt quartalsweise.

Eine ETF Empfehlung:

Für diesen Index gibt es den Lyxor SG Global Quality Income NTR UCITS ETF (ISIN LU0832436512, WKN LYX0PP). Dieser schüttet halbjährlich im Juni und Dezember aus. Die Ausschüttungsrendite lag 2019 bei 5,17 %.

STOXX® Global Select Dividend 100 Index

Der STOXX Global Select Dividend 100 Index umfasst eine Auswahl an Unternehmen, die Ansprüchen an eine sehr hohe Dividendenqualität gerecht werden.

Der globale Index wird aus den drei Regionen-Indizes STOXX Europe Select Dividend 30 Index, STOXX North America Select Dividend 40 Index und dem STOXX Asia/Pacific Select Dividend 30 Index gebildet.

Die Titelauswahl erfolgt in den Subregionen anhand der historischen Dividendenrendite und wird anschließend nach erwarteter Dividendenrendite im Index gewichtet.

Der STOXX® Global Select Dividend 100 auf den Punkt

  • 100 Dividendentitel aus dem STOXX Global 1800.
  • Der Index enthält 40 Titel aus Nordamerika und je 30 Titel aus der Europa und Asien-Pazifik.
  • Die Indexanpassung findet quartalsweise statt.
  • Die Titelauswahl basiert auf der historischen Dividendenrendite.
  • Auswahlkriterien: Positives Dividendenwachstum über 5 Jahre, Dividendenzahlung in 4 der letzten 5 Jahre, max. 60% Ausschüttungsquote.
  • Die Indexgewichtung erfolgt nach der erwarteten Dividendenrendite.

Eine ETF Empfehlung:

Hier liefert iShares mit dem STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (ISIN DE000A0F5UH1, WKN A0F5UH) den passenden ETF. Dieser erreichte in 2019 eine Ausschüttungsrendite von 4,78 %. Die Dividenden werden quartalsweise im Januar, April, Juli und Oktober ausgeschüttet.

Welcher ist nun der beste global Dividend ETF?

Nun haben wir einen Blick auf die beliebesten Indizes geworfen. Alle haben ihr Stärken. Doch auf welchen willst du jetzt setzen? Welcher ist denn nun der beste Dividenden ETF?

Die folgende Tabelle zeigt u. a. die Wertentwicklung von 13 ETFs auf globale Dividendenindizes im Vergleich.

Alle Wertentwicklungsangaben sind per Monatsende und inklusive Ausschüttungen. Dabei sind die Unternehmen absteigend nach der Höhe des Fondsvolumens sortiert:

IndexfondsFondsvolumen
in Mio. EUR
TER
in % p.a.
Performance 2019 in %
iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF1.2540,4623,09
Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF2,0000,2916,29
Xtracker STOXX Global Select Dividend 100 Swap UCITS ETF3400,5023,16
SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF4400,4522,44
Lyxor SG Global Quality Income NTR UCITS ETF1100,4519,65
Fidelity Global Quality Income UCITS ETF1800,4030,99
UBS ETF DJ Global Select Dividend UCITS ETF340,3022,82
iShares MSCI World Quality Dividend UCITS ETF1000,3825,45
WisdomTree Global Quality Dividend Growth UCITS ETF USD Acc340,3835,62
Xtracker MSCI World High Dividend Yield UCITS ETF 1D USD300,2926,21
Franklin LibertyQ Global Dividend UCITS ETF210,4525,89

Tabelle 1: 11 internationalen Dividenden-ETFs (Stand: 09.07.2020)

Doch lohnen sich Dividenden-ETFs überhaupt?

Was ein gutes Geschäft für die Finanzbranche ist, muss nicht notwendigerweise auch ein lohnendes Investment für Privatanleger sein.

Darum hat die Quirin Privatbank geprüft, was Dividenden-ETFs in der Praxis wirklich taugen.

Die Bank hat dazu die Wertentwicklung häufig genutzter Dividendenbarometer mit der Wertentwicklung bekannter Aktienindizes verglichen.

Kurz: Die Bank hat geprüft ob Dividenden-ETFs wirklich so toll sind.

Dabei musste sich das Weltaktienbarometer MSCI World, das die Wertentwicklung der wichtigsten Aktien aus 23 Industrieländern abbildet, mit dem dazugehörigen Dividendenindex, dem MSCI World High Dividend, messen.

Diesem Vergleich liegt ein langer Zeitraum zugrunde: Die Experten haben die Wertentwicklung der vergangenen zehn Jahre betrachtet.

Die zum Teil offensive Werbung für Dividendenfonds erweckt den Eindruck, dass Dividenden-Investments eine bessere Performance erzielen als herkömmliche Investments in Indizes.

Das kann, muss aber nicht so sein.

Im Gegenteil: Das Ergebnis der Untersuchung fällt verheerend aus für alle Anleger, die ihr Geld in Dividenden-ETFs investieren.

Nahezu in jeder Kategorie schneiden die bekannten Aktienbarometer besser ab als ihre Dividenden-Pendants. Ein Investment ist daher aus diesem Gesichtspunkt nicht sinnvoll!

Die Wertentwicklung von Dividenden-Indizes hinkt derjenigen von Gesamtmarkt-Indizes hinterher.

In Deutschland ist der Unterschied zugegebenermaßen eher gering:

Der Dax kam in den vergangenen zehn Jahren auf eine Rendite von 5,8 Prozent im Jahresdurchschnitt, der Div-Dax liegt mit 5,6 Prozent nur knapp dahinter.

Deutlicher fällt der Unterschied beim MSCI World Index aus.

Der Index erzielt im Schnitt der vergangenen zehn Jahre eine Rendite von 8,8 Prozent, der MSCI World High Dividend erreicht dagegen nur 6,9 Prozent – und das ist an der Börse schon eine respektable Differenz.

Auch in Europa ist der Abstand enorm:

Der Euro Stoxx 50 hat zwar in den vergangenen zehn Jahren keine berauschende Wertentwicklung hingelegt:

Aber mit durchschnittlich 2,3 Prozent pro Jahr enteilt er dem Dividendenindex Euro Stoxx Select Dividend dennoch um ganze 1,5 Prozentpunkte.

Wie lassen sich diese Unterschiede nun erklären?

Warum ist ein Dividenden-ETF nicht sinnvoll?

Zunächst haben Dividendenindizes ein grundsätzliches Konstruktionsproblem:

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Business Development Company – Wie einkommensorientierte Investoren bis zu 12% Rendite machen

In ihnen sind stets weniger Aktiengesellschaften enthalten als in den dazugehörigen bekannteren Aktienbarometern.

So hat der Dax 30 Mitglieder, der Div-Dax aber nur 15.

Und der MSCI World Index zählt mehr als 1600 Aktiengesellschaften, während der MSCI World High Dividend lediglich auf rund 280 kommt.

Auch bei einem Dividenden-ETF sollte die Performance überwacht werden
Auch bei einem Dividenden-ETF sollte die Performance überwacht werden

Und der Euro Stoxx 50 zählt, wie der Name schon sagt, 50 Titel, während der Euro Stoxx Select Dividend gerade auf 30 Titel kommt.

Die Anleger investieren also jeweils in weniger Aktien, wenn sie Dividenden-ETF kaufen – und ihr Geld ist damit also weniger breit diversifiziert.

Dass Dividenden einen bedeutenden Anteil der langfristigen Aktien-Performance ausmachen, bedeutet allerdings nicht, dass Aktien mit besonders hohen Dividendenrenditen auch eine überdurchschnittliche Performance erwirtschaften.

Und wenn Unternehmen mit hoher Dividendenrendite in die Dividendenindizes aufgenommen werden, so kann dies auch problematisch sein:

Denn die Dividendenrendite steht für das Verhältnis der jüngst gezahlten Dividende eines Unternehmens zu dessen Aktienkurs.

Das Gefährliche daran ist allerdings: Die Dividendenrendite kann auch dann hoch sein, wenn der Aktienkurs einer Firma zwar dramatisch fällt, das Unternehmen aber die Dividende auf konstant hohem Niveau hält.

Zwar versuchen manche Indexanbieter dies zu umgehen, indem sie nur solche Unternehmen aufnehmen, die die Dividende über Jahre hinweg leicht erhöhen und deren Aktienkurse nur geringen Schwankungen unterworfen sind.

Doch auch solche als Dividenden-Aristokraten bezeichnete Barometer überzeugen nicht immer.

Nicht sinnvoll

Die Quirin Privatbank rät ihren Kunden deshalb generell davon ab, in Dividenden-ETFs zu investieren.

Dividenden ETFs von Dr Jürgen Nawatzki

Dr. Jürgen Nawatzki ist Diplom-Kaufmann und Fachjournalist (FJS).

Nach seiner Promotion war er mehrere Jahre Finanzberater bei MLP, bevor er seine Liebe zum Schreiben entdeckte und Autor und Finanzblogger wurde.

Der Hobbyinvestor: Vielen Dank Jürgen für den tollen Beitrag! Da sollte ich vielleicht mein Dividenden-ETF noch einmal überdenken. Und ich war so stolz auf mich, dass ich mein Dividendendepot mit nur einem Trade lösen konnte!

Dividenden-ETF mit monatlicher Ausschüttung? Wie geht das?

Die Performance von Dividenden-ETFs hängt der Wertentwicklung hinterher. Das ist Fakt.

Trotzdem würde ich einen Dividenden-ETF nicht kategorisch ablehnen.

Warum?

Weil viele Investoren auf der Suche nach einem planbaren und soliden monatlichem Einkommen sind. Passives Einkommen ist das Zauberwort.

Was die klassischen ETFs oft nicht haben ist eine quartalsweise Ausschüttung und eine Ausschüttungsrendite oberhalb der 4 %.

Wer allein in die beiden hier thematisierten ETFs:

  • iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (ISIN DE000A0F5UH1, WKN A0F5UH)
  • SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF (ISIN IE00B9CQXS71, WKN A1T8GD)

Investiert, der erhält bereits in den Monaten Januar, Februar, April, Mai, Juli, August, Oktober und November seine Dividenden ausgezahlt.

Für das 2020 liegen die Ausschüttungsprognosen bei 5,12 % und bei 5,18 %.

Jetzt müssten nur noch die Monate März, Juni und Dezember abgedeckt werden.

Nun hast du freie Wahl, du kannst nun einen Nicht-Dividenden ETF, wie zum Beispiel einen auf den MSCI Word dazu nehmen. Der iShares MSCI World UCITS ETF (ISIN: IE00B0M62Q58, WKN: A0HGV0) schüttet im Juni und Dezember aus. Die Ausschüttungsrendite lag allerdings in 2019 bei nur 2 %.

Wer auch mit dem dritten ETF auf Dividenden setzen möchte, der kann einen Blick auf den Invesco FTSE Emerging Markets High Dividend Low Volatility ETF (ISIN: IE00BYYXBF44, WKN: A2AHZU) werfen. Wie der Name schon verrät, wird hier auf die Entwicklungsländer gesetzt. Zudem deckt der ETF die Monate März, Juni und Dezember ab. Auch bei der Ausschüttungsrendite konnte der ETF mit 5,69 % in 2019 sehr positiv überzeugen.

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Das Fazit

Jürgen hat uns gezeigt, rein von der Performance her überzeugen die Dividenden-ETFs nicht. Hier schneiden die klassischen Index-ETFs besser ab.

Wie so oft gibt es ein kleines „aber“. Alle Anleger denen ein solides und planbares monatliches Einkommen wichtig ist, sollten sich die Dividenden-ETFs anschauen.

Bereits mit drei ETFs kannst du monatliche Ausschüttungen erreichen. In 2019 hättest du dabei eine Ausschüttungsrendite von über 5 % erreicht.

Also, für den klassischen Vermögensaufbau sind die Dividenden-ETFs nicht sinnvoll. Wer passives Einkommen und monatliche Einnahmen erreichen will, der wird hier sicherlich glücklich werden.


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Zeige Kommentare (5)
  • Hallo Sebastian,
    Ein interessanter Gastartikel. Wirst du einen Folgeartikel veröffentlichen bezüglich deinen Gedanken zum Dividendendepot mit nur einem Trade? Ich persönlich liebäugel schon eine Weile mit einem Dividendendepot bin mir aber noch nicht ganz sicher. Wenn dann würde ich wohl auch zu einem ETF greifen.

    Grüße
    David

  • Hallo David,
    entschuldige bitte die späte Antwort. Dein Kommentar ist irgendwie „durchgerutscht“.
    Für einen Folgeartikel wird der Stoff nicht reichen. Ich bespare weiter meine Standard-3-ETF Strategie und packe hin und wieder etwas in den Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield – ETF.

    Schöne Grüße
    Sebastian

  • Hallo Marco,

    bei 10 Titeln kann man natürlich schon von einer gewissen Diversifikation sprechen. Jetzt wäre es natürlich interessant wie deine Strategie aussieht, hast du Lust dein Depot zu überwachen, willst du weitere Werte hinzunehmen, usw.
    Beim ETF ist die Sache halt etwas entspannter und die Streuung über die Titel noch größer.

    Schöne Grüße
    Sebastian

  • Hallo,
    10 Jahre Betrachtungszeitraum an der Börse als lang zu bezeichnen finde ich schon etwas gewagt. „Mittelfristig“ wäre da eher die richtige Bezeichnung. Die letzten 10 Jahre waren für Dividendenaktien auf Sicht von 100 Jahre ohnehin die schlechtesten. Der Grund ist relativ einfach… Nur sehr wenige, extrem stark gewichtete Werte aus dem dividendenschwachen Tec-Sektor haben die letzten 10 Jahre die Börsen vor allem in den USA getrieben. Die meisten Dividenden ETF gewichten zum einen die USA deutlich schwächer als der MSCI World, zum anderen haben sie aufgrund der fehlenden Dividende kaum Tec Anteil und Aktien wie Amazon, Alphabet, Facebook usw. fehlen vollständig. Mal sehen wie das Zusammenspiel im nächsten Crash wirkt, bzw. sich vielleicht sogar umkehrt. Value ist ja ebenfalls seit mehr als 10 Jahren „out“
    Gruß
    Marco

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