Now Reading
Mintos – Ausfälle und Probleme häufen sich -Aforti (Teil 1)

Mintos – Ausfälle und Probleme häufen sich -Aforti (Teil 1)

Avatar
Die Ausfälle bei Mintos - heute der Ausfall von Aforti

Was haben Aforti, Metrokredit, Rapido Finance, IuteCredit und Monego auf der P2P-Plattform Mintos gemeinsam? Richtig, es sind alles Kreditgeber die uns zurzeit Ärger machen. Bei den eben genannten Kreditgebern gibt es derzeit mehr als nur Probleme, es gibt Ausfälle. Es bleiben Rückzahlungen aus, die Rückkaufgarantie wird nicht mehr geleistet und wir verlieren unser Geld.

Kreditgeber - Aforti Ausfall Mintos
Diese Kreditgeber machen uns Investoren aktuell Sorgen

Da mittlerweile mehrere tausend Investoren betroffen sind und viele das Risiko völlig falsch eingeschätzt haben, möchte ich uns allen einen Überblick geben. Was ist jeweils bisher passiert und wie sieht der aktuelle Stand aus?

Der Artikel als Video

Da nicht jeder gerne lange Texte liest, darfst du dir diesen Artikel auch als Video anschauen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Der Ausfall von Aforti auf Mintos und Viventor

Aforti ist ein Kreditgeber, der auf Mintos und auch auf Viventor aktiv ist bzw. war.

Am 07. August kam vom Viventor-Lager die ersten Gerüchte, Aforti könnte / hätte Zahlungsschwierigkeiten.
Auch das Team bei Mintos reagierte noch direkt am 07. August mit einer Mail und einem Blog-Beitrag. Die Informationen waren dürftig. Lediglich die Information, dass der Handel von Aforti Kredite auf dem Erst- und Zweitmarkt ausgesetzt werden, wurde kommuniziert (Quelle: Mintos Blog).

Viventor folgte einen Tag später mit einem ähnlich leeren Blogbeitrag, dass man „stehts bemüht sei“ und die Sache „eingehend Untersuchen werde“ (Quelle: Viventor Blog).

Ja, da sitzt man dann da als Investor und hofft auf das Beste. In solchen Situationen spürst du das hohe Risiko direkt am eigenen Leib. Bei mir kam noch hinzu, dass ich sehr überrascht war, wie unvorbereitet der „Ausfall“ Mintos getroffen hat.

Erst zwei Tage später am 09.08.19 gab es einen neuen Artikel / Mail von Mintos. Mintos habe sich mit Aforti getroffen und die nächsten Schritte besprochen. Was die nächsten Schritte sein werden und was besprochen wurde, blieb natürlich geheim. Immerhin wurde der mögliche Schaden ermittelt. 21896 Investoren sind mit einer offenen Summe von etwas mehr als 2,2 Mio. Euro betroffen. Also kein kleiner Kreis (Quelle: Mintos Blog). 

Aforti lässt Mintos und Viventor am langen Arm verhungern

Mintos legte mit zwei weiteren nichtssagenden Updates am 12.08. und am 13.08. nach. Auf der einen Seite schön, dass uns Investoren mitgeteilt wird, dass es keine Neuigkeiten gibt. Aber auf der anderen Seite traurig, dass keine konkreten Informationen von Aforti aufzutreiben sind. Wie eng ist hier tatsächlich die Zusammenarbeit? Wie regelmäßig findet ein Austausch und eine Überprüfung statt?

Naja, immerhin gab es den Hinweis, dass Mintos ja bereits im März auf negative Tendenzen in Polen hingewiesen hat und Aforti auf C+ heruntergestuft hat (Quelle: Mintos Blog). Im Grunde stellt man sich vor die betroffenen Investoren und lacht auch noch, schließlich habe man ja bereits im März eingegriffen. Was soll das Mintos? Wir wollen Lösungen!

Mein erstes Learning aus der Geschichte: Bei der nächsten Herabstufung eines Kreditgebers am besten sofort alles verkaufen. Hätte ich es bei Aforti doch nur gemacht.

Aforti gibt technischen Fehlern die Schuld

Dann endlich ein Lichtblick. Am 16.08.2019 verspricht Mintos im Blog (Quelle: Mintos Blog) man werde ab heute wieder Zahlungen und Rückkäufe verarbeiten und den Investoren gutschreiben. Juhu!

Es traten bisher nur Störungen bei der Übertragung von Aforti zu Mintos auf. Puh, nur die Technik hat gestreikt. Zur Beruhigung verbreitete auch Vivenor auf dem Firmeneigenen Blog dieselbe positive Nachricht. Hier teilte man am 19. August mit, es habe wohl technische Probleme zwischen den IT-Systemen von Viventor und Aforti gegeben. Bis Ende nächster Woche könnten alle fehlenden Rückzahlungen beglichen sein (Quelle: Viventor Blog).

Dreimal dürft ihr Raten was in der nächsten Woche passiert ist? Richtig – nix! Gar nix!

Mintos leistet Zahlungen, die es gar nicht gibt

Da kommen wir zum Mintos Blogartikel vom 27.09.19. In diesem Beitrag wird die aktuelle Situation von Aforti geschildert und erklärt, dass weitere Zahlungen von Aforti geleistet werden.
Aufmerksamen Investoren ist dabei aufgefallen, dass angeblich Geld fließt, aber das offene Kreditvolumen von Aforti auf Mintos scheinbar nicht kleiner wird.

Auf diese Frage geht Mintos recht ausführlich am 07.10.19 ein und liefert eine Antwort auf die drängende Frage: Warum sinkt der Wert der offenen Kredite von Aforti auf Mintos nicht, wenn doch so fleisig Zahlungen geleistet werden?

Die Antwort von Mintos ist nicht ganz einfach zu verstehen und ich war nach dem Lesen der Antwort nicht wirklich schlauer (Quelle: Mintos Blog).

Daher gab es scheinbar so viele Nachfragen, dass zwei Tage später erneut ein Artikel erschien, der einen zweiten Versuch unternahm, die Frage verständlich zu beantworten.

Die Antwort ist dieses Mal deutlicher klarer und lautet: „[…] sobald ein Darlehensgeber angibt, dass der Darlehensnehmer die Zahlung geleistet hat und wir davon ausgehen, dass der Darlehensgeber die Zahlung in den nächsten Tagen überweisen wird, Investorenkonten vergüten, obwohl wir tatsächlich noch keine Rückzahlungen des Darlehensnehmers vom Darlehensgeber erhalten haben. In den meisten Fällen ist dies kein Problem[…]“ (Quelle: Mintos Blog).

Für mich persönlich ein Highlight. Mintos springt also für den Kreditgeber ein und bucht uns Investoren Rückzahlungen und Zinszahlungen ein, ohne dass das Geld tatsächlich vom Kreditgeber an Mintos bezahlt wurde.

Dieses Vorgehen hat mit Transparenz natürlich überhaupt nichts mehr zu tun. Im Falle von Aforti wurde uns Investoren eine Rückzahlung von Aforti vorgespielt, die es nie gegeben hatte. Das Geld wurde von Mintos bezahlt, weil Aforti „in den nächsten Tagen“ dann bezahlen wollte. Ja ne, is klar. Das ist schon ein ziemlich heftiges Ding.

Dank diesem Fall gibt es seither den Status „Ausstehende Zahlungen“ die für mehr Transparenz sorgen soll. Immerhin hat Mintos gelernt und gelobt Besserung.

Wie geht es mit dem Ausfall von Aforti nun weiter?

Das ist der aktuelle Status von Aforti. Seit dem 29.10.19 gibt es von Mintos keine offizielle Meldung mehr. Von den ursprünglichen 2,2 Mio. Euro sind noch 2,12 Mio. Euro offen.

Wie es weiter geht, ist ungewiss. Es gibt aber noch zwei kleine Hoffnungen:

  1. Die „Garantie des Konzerns“
    Bei Aforti gibt es eine „Garantie des Konzerns“. Denn der Kreditgeber gehört zur Aforti Holding, einem börsengehandelten Unternehmen. Der Aktienkurs (siehe hier) hat sich zumindest seit August sehr positiv entwickelt. Auch eine Anleihe soll wohl zurückgezahlt worden sein. Vielleicht besteht also über diesen Weg noch Hoffnung. 
  2. Die direkte Investitionsstruktur
    Bei Aforti gibt es die direkte Investitionsstruktur. Das bedeutet, dass wir Investoren unsere Forderungen nicht gegen den Kreditgeber (indirekt) haben, sondern direkt gegenüber dem Kreditnehmer. In der Theorie könnte also der Kreditgeber (Aforti) ausfallen und der Kreditnehmer würde seinen Kredit weiter zurückzahlen. Soweit die Theorie. Ob und wie das in der Praxis funktioniert, werden wir vielleicht bald erfahren.

Was mich persönlich bei dem Aforti Ausfall auf Mintos am meisten ärgert

Unten, in diesem Blogbeitrag fasst Mintos die Historie kurz zusammen.
Du kannst in diesem Artikel folgendes nachlesen: „Im Januar 2019 haben wir nach Gesprächen mit Aforti Finance eine gegenseitige Vereinbarung getroffen, dass Aforti keine neuen Kredite auf dem Primärmarkt platziert, um weitere Diskrepanzen zu vermeiden. Aforti Finance hat weiterhin Kredite bedient, die auf dem Mintos-Marktplatz finanziert wurden.

Weiter heißt es in dem Artikel:

Angesichts der oben beschriebenen Probleme und der negativen Stimmungsänderungen am polnischen Verbriefungs- und Anleihemarkt spiegelten wir unsere Einschätzung wider, indem wir Aforti Finance im März 2019 auf C+ herabgestuft haben.“ (Quelle: Mintos Blog).

Ist das nicht krass? Im Januar vereinbart man, dass keine weiteren Aforti Kredite mehr angeboten werden sollen. Warum macht man das? Weil der Ausblick nicht gut ist. Die Herabstufung des Ratings erfolgte aber erst zwei Monate später? Warum?
Und warum hat man diese Vereinbarung nicht publik gemacht?

Und dann leistet Mintos an uns Investoren auch noch Zahlungen in Vorkasse, die von Aforti nie geleistet wurden, nur weil Aforti in Gesprächen eine Zahlung versprochen hatte. Hallo? Gehts noch?

See Also
Wie du die beste P2P Plattform finden kannst

Das Verhalten von Mintos hat für mich ein „Geschmäckle“. Ich sehe hier nicht, das Mintos meine Interessen ordentlich vertreten hat. Ja, es gab keine neuen Kredite mehr auf Mintos aber warum hat man die Entscheidungen und das Vorgehen nicht transparent gemacht?

Was kannst du machen, wenn du betroffen bist?

Eigentlich nicht viel. Leider. Du kannst täglich Mintos eine Mail schreiben, sie mögen doch bitte endlich wieder Informationen liefern und über weitere Schritte sprechen. Ansonsten bleibt dir nicht viel. Du kannst dich aber schon einmal geistig darauf einstellen, dass du von deinem Geld bei Aforti vermutlich (das ist eine persönliche Vermutung von mir) nicht mehr viel sehen wirst.

Wie bin ich von dem Aforti Ausfall betroffen?

Ich habe von dem Ausfall erst am 12 oder am 13.08. wirklich mitbekommen. Da war der Zweitmarkt längst gesperrt. Daher sitze ich noch auf sieben Aforti Krediten, mit einer ausstehenden Restschuld von 51,33 Euro. Der Verlust wäre für mich daher noch verschmerzbar aber ärgerlich ist es trotzdem.

Aforti Ausfall - werde ich 51 Euro verlieren
Aforti Ausfall – werde ich 51,33 Euro verlieren?

Nur 51,33 Euro und ich beschwere mich hier? Vielleicht ist dir das gerade durch den Kopf gegangen?
Ja, ich werde vielleicht nur 50 Euro verlieren. Andere Investoren sind aber mit 4 stelligen Beträgen dabei. Im Durchschnitt hat jeder der gut 20.000 Investoren 100 Euro, die auf der Kippe stehen.

Der Beitrag soll vor allem den P2P-Investoren helfen, die die vielen Risiken von P2P-Krediten gar nicht oder völlig falsch einschätzen. In vielen Diskussionen bei Claus im Forum oder in Facebook Gruppen gibt es doch tatsächlich Investoren die schockiert sind, dass Mintos die ausgefallenen Aforti Kredite nicht mit der Rückkaufgarantie zurückkauft.

Hinzu kommt, dass Aforti jetzt der erste Ausfall in 2019 war. Mit Metrokredit, Rapido Finance, IuteCredit und Monego gibt es noch vier weitere Kandidaten.

Da ich von P2P-Krediten noch immer begeistert bin und sich der Blog hier fast ausschließlich um P2P- und Crowdinvesting dreht, muss auch unbedingt über die Risiken und die Schattenseiten berichtet werden.

Was ist mit Metrokredit, IuteCredit und Monego?

Daher werde ich im nächsten Artikel auf Metrokredit und Rapido eingehen und dann mit einem Artikel über IuteCredit und Monego abschließen.

Anschließend wird es ein Fazit-Artikel geben, wo ich über Diversifikation und Risiko-Minimierung philosophieren werde.

Jetzt den 2. Teil lesen – Der Ausfall von Rapido und
der Lizenzentzug bei Metrokredit

Und den 3. Teil findest du hier: Drohen uns mit Monego
und IuteCredit zwei weitere Ausfälle auf Mintos?

 

In Newsletter einschreiben und mein kostenloses Whitepaper geschenkt bekommen

Schreibe dich in meinen Newsletter ein und erhalte mein kostenloses Whitepaper „P2P-Kredite: Die Grundlagen“. Zudem erhältst du meinen monatlichen Newsletter mit vielen Informationen rund um P2P-Kredite und Crowdinvesting. Außerdem gibt es immer tolle Preise zu gewinnen!



Wie ist deine Reaktion?
Begeistert
9
Dankbar
52
Interessiert
30
Lachend
13
Schockiert
7
Zeige Kommentare (8)
  • Da haben wir es. Wer mehr als Spielgeld in p2p investiert, sollte generell über sein Anlageverhalten nachdenken. Ich hatte bisher keine Probleme mit Ausfällen bei Mintos und hoffe, dass es dabei bleibt. Ansonsten bin ich genug diversifiziert, um es zu verkraften.

    • Moin Budget Buddha,

      so ist, vorsichtige Beträge investieren und eine breite Streuung anstreben. So mache ich es auch.
      Ich drück dir die Daumen, dass du weiterhin von Ausfällen verschont bleibst!

      Schöne Grüße
      Sebastian

  • Was mich extrem stoerrt und nervt, das Mintos mit dem Secundary-Markt wirbt und sagt, das sie immer fuer Liquiditaet sorgen, diese dann aber immer eigenmaechtig einfrieren (Aforti, Metrokredit, Rapido…).
    Das ist in zweierlei Hinsicht extrem nachteilig,
    1. kann ich so ggf. Ausgleich der moeglichen Verluste gegenueber der Abgeltungssteuer nicht realisieren!!!!
    2. kann ich ggf. preisguenstig Junk-Bonds zu einem guten Discount kaufen, falls sie den Turnaround schaffen aber aengstliche Anleger die Loans mit -50% Discount verkaufen…

    Wie oben geschrieben, Mintos wirbt mit dem Zweitmarkt und der Liquiditaet! Ich bin mir der Risiken auch bewusst und koennte einiges kompensieren, ggf. auch die Verluste von Aforti/Rapido zu 100% hinnehmen, wenn sie dieses Jahr noch defaulten/pleite gehen da ich es dann gegen meine Gewinne und die dazugehoerige Abgeltungssteuer verrechnen koennte doch laesst Mintos dieses leider nicht zu (habe auch diverse Email mit dem Support ausgetauscht, finden das ne gute Idee noch eine weitere Funktionalitaet: Default-Aktzeptiernug zu entwickeln aber das dauert ein halbes Jahr oder so), an sich wuerde halt reichen, den Zweitmarkt fuer die Darlehensgeber wieder zu oeffenen…

    • Hallo Robert,

      das mit dem Zweitmarkt stört nicht nur dich und mich, sondern auch viele andere Investoren.
      Vor allem stört mich, dass Mintos den Zweitmarkthandel intransparent handhabt. Bei IuteCredit und Monero wurde der Handel sofort gespert, als die Lizenzen entzogen wurden.
      Auch Metrokredit wurde die Lizenz entzogen, trotzdem ist der Handel weiterhin erlaubt?

      Auch die Sperrung der Aforti-Kredite ist nicht nachvollziehbar, da Aforti laut Mintos ja noch Rückzahlungen leistet. Warum also den Handel auf dem Zweitmarkt sperren?
      Natürlich könnte man nun argumentieren, dass man ahnungslose Investoren schützen wolle. Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich vermute, dass man einfach sein Invest & Access Programm „schützen“ möchte und verhindern will, dass die Investoren hier den ganzen „Müll“ vom Zweitmarkt kaufen.

      Schöne Grüße
      Sebastian

Schreibe ein Kommentar

Your email address will not be published.


© HOBBYINVESTOR - Alle Rechte vorbehalten.
Mit ♥ gemacht!
Scroll To Top